Artikel vom 14.10.2011 in der Frankfurter Neuen Presse

Verliebt in samtweiche Wildfänge

Tanja und Alfons Biedenkapp aus Niederdorfelden züchten Norwegische Waldkatzen – Pokale gewonnen

Von Georgia Lori

Tanja und Alfons Biedenkapp mit ihrem tierischen Familienzuwachs: Kater Castello hat es sich bei seinem Herrchen bequem gemacht, die Katzendame Svelvik´s Helny kuschelt unterdessen bei ihrem Frauchen. Foto: Georgia Lori

Niederdorfelden.

Ein Sonnenstrahl fokussiert den Blick auf eine Szene, die das Herz jedes Tierliebhabers höher schlagen lässt: Im Lichtkegel, auf einem Sofa im Wohnzimmer der Biedenkapps, liegen drei schlafende Katzenbabys. Im Gegenlicht schimmert ihr seidiges Deckhaar in verschiedenen Farbnuancen. "Sind die nicht schön, und dieses Fell!", schwärmt Alfons Biedenkapp und wartet die Antwort erst gar nicht ab. Es ist auch völlig egal, ob er die Zuchtkater Arigo oder Curry vom Löhwäldle im Arm hält oder die Katzendamen Fantaghiro vom Waldwiesenhaus oder Belana vom Cattegat.

Begibt man sich in Gesellschaft der Tiere und streichelt über deren glänzendes Fell, wird die Welt ein wenig sanfter, mit einem Hauch von schläfriger Gelassenheit. Doch wie kamen die Waldkatzen eigentlich nach Niederdorfelden? "Unsere Kinder übten sich in Karate und Kickboxen in Bad Vilbel. Auf einem Turnier lernten wir eine Frau kennen, die Norwegische Waldkatzen züchtete", erzählen die Biedenkapps.

Die Züchterin lud sie zu einem Besuch ein. Das war 2004. Die Biedenkapps standen einer Katzenrasse gegenüber, die sie noch nie gesehen hatten: Tiere mit luchsartigen Haarpinseln und langen Haarbüschel in den Ohren, großen ovalen, leicht schräg gestellten Augen, einem langen kräftig gebauten Körper und einem langen, buschigen Schwanz. Das Paar verliebte sich sofort in die Rasse und entschloss sich zur hobbymäßigen Zucht. Mit den ersten drei Zuchttieren Curry, Fantaghiro und Belana gab es den erwünschten Familienzuwachs. "Wir forschten zwei Jahre im Internet, bis wir die passenden Katzendamen gefunden hatten", erinnert sich Alfons Biedenkapp.

Fantaghiro kommt aus Stralsund, Belana aus Iserlohn. Der Wunsch, eine schwarz-weiße Katze als dritte Zuchtkatze aufzunehmen, erfüllte sich mit Fjellbekks Say Say Say aus Weilburg. Mittlerweile züchten die Biedenkapps aus eigenen Nachzuchten. Pro Jahr sind es zehn bis zwölf Babys.

Der Zwingername der Biedenkapps ist Svelviks, frei nach einem Dorf und einer Halbinsel in Norwegen. Die Niederdorfeldener Familie hat schon 43 Norwegische Waldkatzen vermittelt, nach Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Die Katzenbabys sind mittlerweile aufgewacht. Zwei kämpfen spielerisch. Eine Katze streckt sich genüsslich an einem Kratzbaum. Fünf Kilogramm Gewicht bringt eine Katze auf die Waage und bis zu zehn Kilogramm ein Kater. Die Tiere werden bis zu 1,20 Meter lang.

Werden sie an Liebhaber oder Züchter abgegeben, sind die Tiere gut auf ein neues Zuhause vorbereitet: Für den Besitzer gibt es eine Informationsmappe mit Medikament-Empfehlungen, Katzenegeln, einer Ahnentafel und einem Impf- sowie Entwurmungspass. Amüsante Begebenheiten mit den Tieren bleiben den Biedenkapps unvergessen. Der für die Familie kalt gestellte Reis zum Mittagessen wurde von Kater Castello stibitzt. Auch Klöße verschwanden auf ähnliche Weise.

Die Pokale und Urkunden, die die Familie für ihre Zuchterfolge erhalten hat, bilden bereits eine kleine Ausstellung im Wohnzimmer der Niederdorfeldener.

Kontakt: Tanja Biedenkapp, Telefon (0 61 01) 49 74 24,

Artikel vom 13. Oktober 2011, 18.50 Uhr (letzte Änderung 14. Oktober 2011, 04.19 Uhr)

Artikel vom 20.10.2011 im Bad Vilbeler Anzeiger, Karbener Zeitung, Nidder-Zeitung und Nidderauer Anzeiger

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